Rollen

Beim Übungsabend:

Aufgaben für jeden

Der Erfolg eines Toastmasters Treffen steht und fällt mit seinen Mitgliedern. Ein solches Treffen ist nur gemeinsam umsetzbar, denn es gibt viele Aufgaben an einem Abend. Wer solche Aufgaben übernimmt, auch wenn er keine Rede an diesem Abend hält, ist für die persönliche Entwicklung zur Führungspersönlichkeit oft genauso wichtig wie die Reden selber.

 

Die Rollen


Alle Mitglieder

Alle Vereinsmitglieder sind bemüht, eine professionelle Umgebung zu schaffen und jeden Redner positiv zu unterstützen. Sie hören aktiv zu, geben confortzonekonstruktives Feedback und helfen jedem Redner, sich kontinuierlich zu verbessern. Sie übernehmen aktiv Aufgaben als Füllwortzähler, Timer, als Bewerter oder sogar als Toastmaster des Abends – so kann jedes Mitglied selber festlegen, in welcher Weise es den Übungsabend konstruktiv und engagiert unterstützt. Dazu gehört auch, dass man rechtzeitig zu Beginn des Abends anwesend ist und dem Redner dadurch seinen Respekt erweist, dass man nicht 30 Minuten zu spät durch die Tür eintrudelt und den Redner stört.
Damit immer alle Fortschritte verfolgt werden können, ist es ratsam, seine Handbücher bei den Treffen mit dabei zu haben.

Gäste

Gäste sind bei uns jederzeit herzlich willkommen. Sie können den Abend einfach verfolgen, ohne befürchten zu müssen, dass sie plötzlich auf die Bühne geholt werden. Sie können selber festlegen, ob sie sich vorstellen oder an der ein oder anderen Übung gerne teilnehmen möchten.

Toastmaster des Abends

Der “Toastmaster des Abends” moderiert und leitet den Abend. Er führt durch das Programm, stellt die Agenda zusammen, achtet auf eine positive AtmospKarsten_TdAhäre. Er hat die Zeit im Auge, damit der Abend auch pünktlich endet und sorgt dafür, dass jeder Anwesende in den Abend eingebunden wird.

Im einzelnen bedeutet das, die Agenda zusammenzustellen, für jeden Anwesenden ein Exemplar der Tagesordnung auszulegen, Namensschilder bereitzustellen und flexibel auch auf Absagen oder Änderungen bei der Tagesordnung zu reagieren.

Der Toastmaster des Abends motiviert via E-Mail alle Mitglieder in der Woche davor, an dem Treffen teilzunehmen und, wenn möglich, auch eine Rolle zu übernehmen. Er kann eigene Themen einbringen, kurze Rollenspiele mit den Anwesenden machen, wenn es sinnvoll in den Gesamtverlauf des Abends passt. Videoaufnahmen sind nur bei der eigenen Rede gestattet. Der Übungsabend ist ein geschützter Raum für jeden. Niemand muss befürchten, dass ohne seine Zustimmung Fotos oder Videoaufnahmen nach außen gelangen.


Vorbereitete Reden

 

Toastmasters beim SprechenDas Toastmasters Handbuch „Der kompetente Kommunikator“ bietet 10 aufeinander aufbauende Redeprojekte. Hierbei ist es ratsam, die vorgeschlagene Reihenfolge einzuhalten.

Ist dieses erste Handbuch durchgearbeitet, warten 16 weitere Handbücher für den fortgeschrittenen Redner, die sogenannten Advanced Communication Series.

Jeder Redner ist dafür verantwortlich, dass dem Toastmaster des Abends bis spätestens einen Tag vor dem Treffen Handbuch, Rede-Projekt-Info und vor allem der Titel der Rede mitgeteilt wird. Nur so kann der Redner auch richtig vorgestellt werden.


Stegreifredenmeister

Stegreifreden schärfen unsere Fähigkeiten für das spontane Sprechen. Auf eine spontane Frage zu antworten, die auch unsinnig und abseits der eigenen Kenntnisse liegen kann, ist gar nicht so leicht. Dennoch schult dieses Format souveränes Auftreten, die schnelle Assoziation und den Mut, sich etwa auch strittigen Debatten zu stellen und dort überzeugend aufzutreten. Der Stegreifredenmeister stellt Fragen, über die die Clubmitglieder aus dem Stegreif für 1-2 Minuten sprechen sollen

Die Rolle des Stegreifredenmeisters ist eine sehr wichtige Rolle, denn gerade die Stegreifreden sind einer der Grundsteine der Toastmaster-Philosophie.

Der Stegreifredenmeister sollte zu Beginn bei den anwesenden Gästen nachfragen ob sie Lust haben mitzumachen. Die ausgewählten Themen sollten interessant, manchmal kontrovers und ziemlich gut bekannt sein. Seien Sie kreativ!

Wählen Sie zuerst ein Vereinsmitglied (das bricht das Eis und zeigt, wie es gemacht wird). So kann den Gästen die erste Angst genommen werden.

Dies sollte eine Chance für alle Vereinsmitglieder sein, sich zu engagieren und zu sprechen.


Gesamtbewerter

Der Gesamtbewerter des Abends kommentiert nicht nur allgemein Stärken und Schwächen des Abends, er gibt auch einzelnen Mitgliedern konstruktives Feedback: Wie hat der Toastmaster des Abends seine Aufgabe bewältigt? Was könnte er besser machen? Wie haben Timer, Füllwortzähler und die Redenbewerter ihre Rolle ausgefüllt?

Die Abendbewertung sollte ebenfalls nicht länger als 2-3 Minuten dauern, konstruktiv sein und zunächst, wie bei jeder Bewertung, auf die Stärken der jeweiligen Person eingehen. Mit der Formel “Was könntest du besser machen?” leitet er dazu über, dem Mitglied ein oder zwei wichtige Verbesserungsvorschläge mit auf den Weg zu geben.

Dabei spricht der Gesamtbewerter das Mitglied direkt an und achtet darauf, dass er keine Rolle vergisst, die im Laufe des Abends noch nicht bewertet wurde. Denn jeder, der keine Bewertung erhält, obwohl er ein Amt übernommen hatte, ist letztendlich enttäuscht – auch wenn er dies nie offen sagen wird. Zum Schluss gibt der Gesamtbewerter zurück zum Toastmaster des Abends, der diesen beschließt.


Redenbewerter

Die “Redenbewerter” geben dem Redner Feedback. Sie sollten sich im jeweiligen Handbuch vorher das jeweilige Projekt anschauen, das der Redner sich für den Abend vorgenommen hat. Im Zweifelsfalle sollte Ihnen der Redner das Projekt kopieren und zuschicken. Es hilft ungemein, wenn Sie das Projekt genau kennen – denn Sie sollen den Redner ja genau nach den Kriterien bewerten, die für seine Rede an diesem Abend wichtig sind.

Ihr Feedback darf die Zeit von 2-3 Minuten nicht überschreiten. Dabei geben Sie dem Redner zunächst eine knappe Rückmeldung, was Ihnen persönlich an der Rede gefallen hat, danach ein paar Hinweise, was der Redner besser machen könnte und worauf er achten sollte. Zum Schluss fassen Sie in ein oder zwei Sätzen noch einmal ihren Gesamteindruck zusammen. EvaluationDieser sollte konstruktiv und wertschätzend sein, damit der Redner motiviert ist weiterzumachen.

Sie müssen dem Redner dabei keine Hinweise wie ein professioneller Rhetorik- oder Kommunikations-Trainer geben. Das Feedback soll Ihren ganz persönlichen Eindruck von der Rede und vom Redner wiederspiegeln. Achten Sie darauf, dass Sie dem Redner auf jeden Fall Hinweise darauf geben, was Ihnen nicht so gut gefallen hat. Ein großartiges Lob (“Mir fällt eigentlich nichts ein, was du verbessern könntest”), hilft dem Redner nicht weiter.

Füllwortzähler

Füllwort_AbbildungDer Füllwortzähler entscheidet, was er als Füllwörter ansieht, so dass neben den Ääääms und Äääähhhhs, auch Worte wie “ja, also”, “nicht wahr” etc. gewertet werden können. Meist fallen dem Redner beim Sprechen die Füllwörter garnicht auf, und sie sind erstaunt, wenn der Füllwortzähler am Ende des Übungsabend über die kleinen Toastmastersünden referiert.

Zeitnehmer

Als Zeitnehmer hat man alle Redezeiten im Blick. Bewaffnet mit Stoppuhr und Ampelkarten, signalisiert er dem Redner die Verwendung der Zeit.


Was man noch lernt

Zeiten einzuhalten

Richtiges Feedback geben

Einen ganzen Abend moderieren

Das fordert der Berufsalltag tagtäglich von uns.
Auch das kann man bei Toastmasters trainieren.